Indifferenz – was wirklich dahintersteckt

Wir kennen es: Jemand kritisiert uns und sofort steigt Ärger auf. Jemand lobt uns und wir fühlen uns gut. Oft bestimmen solche äußeren Dinge ganz automatisch, wie wir denken, fühlen und handeln.

Bei Ignatius von Loyola begegnet uns dafür der Gedanke der Indifferenz. Dabei geht es nicht darum, dass uns etwas egal ist oder wir keine Gefühle mehr haben. Es geht um die Freiheit, unsere inneren Regungen wahrzunehmen, ohne uns von ihnen beherrschen zu lassen.

Ich darf mich über Anerkennung freuen, ohne davon abhängig zu werden. Ich darf Ärger spüren, ohne sofort danach zu handeln. Ich kann einen Impuls wahrnehmen und trotzdem entscheiden: Muss ich ihm wirklich folgen?

Ignatius spricht vom „Gleichgewicht der Waage“: innehalten, wahrnehmen und dann frei entscheiden.

Vielleicht beginnt innere Freiheit genau dort – in diesem kleinen Moment zwischen dem, was in mir passiert, und dem, was ich daraus mache.

Was darf dich berühren, ohne dich zu bestimmen?