Jesus gebrauchte das Bild eines Weinstocks und sagte:
„Bleibt in mir, und ich in euch.“ (Joh 15,4)
„Abide in Me, and I in you. As the branch cannot bear fruit of itself, unless it abides in the vine, neither can you, unless you abide in Me.“
Was im Englischen so schön „Abide“ heißt, wird im griechischen Urtext als das Wort „meno“ geschrieben, was bedeutet, zu bleiben, verweilen, wohnen, sich ein Zuhause machen.
Wir könnten den Vers also so übersetzen:
Mach dein Zuhause in mir, so wie ich mein Zuhause in dir mache.
Wenn sich das nun anhört wie etwas für Mönche und Nonnen – und nicht für den Rest von uns, die wir Kinder großziehen, in der Stadt leben oder für einen überquellenden Posteingang verantwortlich sind – dann lass mich das klarstellen:
Jesus bittet dich nicht, etwas zu tun, was du nicht ohnehin schon tust.
Wir alle verweilen irgendwo.
Die Frage ist nicht: Verweilst du?
Sondern: Worin verweilst du?
Wir alle haben eine Quelle, in der wir verwurzelt sind, eine Art Grundeinstellung, zu der wir immer wieder zurückkehren. Ein emotionales Zuhause.
Dorthin gehen unsere Gedanken, wenn sie nicht mit Aufgaben beschäftigt sind.
Dorthin gehen unsere Gefühle, wenn wir Trost brauchen.
Dorthin gehen unsere Körper, wenn wir freie Zeit haben.
Und dorthin geht unser Geld, nachdem wir die Rechnungen bezahlt haben.
Wir machen unser Zuhause irgendwo – die Frage ist nur: Wo?
Und das ist wichtig, denn:
Worin wir „verweilen“ und „unser Zuhause machen“, bestimmt die „Frucht“ unseres Lebens – zum Guten oder zum Schlechten.
Worin verweile ich?
– Aus dem Buch „Leben vom Meister lernen“ (John Mark Comer)


